Soziokulturelles Zentrum TREFF

Kunst von allen, für alle!



Das Haus von Victoria Gehricke


Das neue Jahrtausend hatte längst begonnen, als ich zum ersten Mal in diesem Haus stand. Doch ich spürte ganz deutlich etwas, das länger zurücklag und sich mit dem verband, was in einer Ecke meines Herzens schlummerte und plötzlich wieder sehr präsent war.


Es war die Aufbruchstimmung der frühen neunziger Jahre. Ich fühlte mich zurückversetzt in diese Zeit, die mich wie keine andere geprägt und mir dazu verholfen hatte, meine Fähigkeit, zuversichtlich nach vorne zu schauen, anzunehmen und auszuleben.


Nähere ich mich dem Haus, so verschmelzen mein Gestern, mein Heute und mein Morgen und setzen neue kreative Impulse frei. Schon beim Betreten des kleinen Vorraums steigert sich meine Vorfreude. Bereits beim Treppe hinaufsteigen nehme ich es deutlich wahr, das Gefühl, angekommen zu sein. Hallo, hier bin ich! Hier darf ich sein, so wie ich bin.


Dieses Haus hat eine Seele, anders kann ich es mir nicht erklären. Aber was wäre das Haus ohne die Menschen, die sich einst hier eingebracht haben und die, die es noch heute tun.


Im Saal scheint all die positive Energie zusammenzufließen. Und so betrete ich ihn jedes Mal mit dem Gefühl, frei, unabhängig und auf einem guten Weg zu sein. Ich gebe mich Klängen hin, die mein Inneres berühren und genieße Farben und Formen, die sich manchmal zurückhaltend und ein anderes Mal in ihrer ganzen Fülle darbieten.


Es ist ein Haus, in dem die Schönheit der Welt besungen, gemalt und mit Worten beschrieben wird. Und dass auch kritische Töne erlaubt sind, macht es aus, das Haus, mit seinem Charme und seinem so reichen Innenleben. Kurz gesagt: Ein Haus wie ein Freund.